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2) Die Unterschutzstellung erfolgt
a) Zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Lebensstaetten, insbesondere von seltenen und gefaehrdeten und z.T. gefaehrdeten landschaftsraumtypischen Tier- und Pflanzenarten, einschliesslich Flechten, Moosen und Pilzen, in einem der letzten, weitgehend abgetorften, ehemaligen Hochmoorkomplexe Nordrhein-Westfalens und von seltenen, zum Teil gefaehrdeten Voegeln, Amphibien, Reptilien und Wirbellosen sowie Pflanzen und Pflanzengesellschaften des offenen Wassers, der Moore, Moorwaelder, Heiden und des feuchten und nassen Gruenlandes, b) Zur Erhaltung und Entwicklung eines grossflaechigen Moor-, Heide- und Feuchtgruenland- komplexes als landesweit bedeutsames Brut-, Rast- und Ueberwinterungsquartier fuer zahlreiche, z.T. stark gefaehrdete Vogelarten, c) Zur Erhaltung einer durch traditionelle Landwirtschaft gepraegten, reich strukturierten Land- schaft und zur Erhaltung und Wiederherstellung von Landschaftselementen wie z.B. Wallhecken, Einzelbaeumen, Feuchtwiesen- und -weiden inkl.Weidehuetten, Blaenken und Kleingewaessern, d) Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gruenden, wegen der biogeographischen Bedeutung und der dort vorkommenden schutz- wuerdigen Boeden. Bei letzteren handelt es sich insbesondere um Boeden mit extremen Wasser- und Naehrstoffangeboten als natuerlicher Lebensraum sowie regionaltypische und besonders seltene Boeden als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte, e) Wegen der Unersetzbarkeit, Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schoenheit des Gebietes, f) Zur Sicherung des Naturhaushaltes und zur Abwehr schaedlicher Einwirkungen und negativer Veraenderungen oekologischer Zusammenhaenge, g) Als Bestandteil eines Biotopverbundes von landes- und europaweiter Bedeutung, insbesondere als Teil des zu schaffenden europaeischen oekologischen Netzes "NATURA 2000", h) Zur Bewahrung und Wiederherstellung eines guenstigen Erhaltungszustandes der natuerlichen Lebensraeume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Artikel 4 Abs.4 in Verbindung mit Artikel 2 der FFH-Richtlinie. Hierbei handelt es sich insbesondere um folgende natuerlichen Lebensraeume von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang I der FFH-Richtlinie als massgeblicher Bestandteil des Gebietes im Sinne des Paragraphen 48 d Abs.4 LG:
- Oligo- bis mesotrophe, basenarme Stillgewaesser (3130), - Dystrophe Seen (3160), - Feuchte Heiden des nordatlantischen Raumes mit Erica tetralix (4010), - Trockene Heiden (4030), - Noch renaturierungsfaehige, degradierte Hochmoore (7120), - Moorschlenken - Pioniergesellschaften (7150), - Moorwaelder (91D0, Prioritaerer Lebensraum), sowie insbesondere um folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang II der FFH-Richtlinie als massgebliche Bestandteile des Gebietes im Sinne des Paragraphen 48 d Abs.4 LG:
- Kammmolch (Triturus cristatus), - Schwimmendes Froschkraut (Luronium natans),
Ausserdem handelt es sich um Lebensraeume, insbesondere fuer die folgenden im Schutzgebiet vorkommenden Vogelarten gemaess Artikel 4 der Vogelschutzrichtlinie als massgebliche Bestand- teile des Gebietes im Sinne des Paragraphen 48 d Absatz 4 LG:
- Blaukehlchen (Luscinia svecica), - Bruchwasserlaeufer (Tringa glareola), - Kampflaeufer (Philomachus pugnax), - Kornweihe (Circus cyaneus), - Neuntoeter (Lanius collurio), - Rohrweihe (Circus aeruginosus), - Schwarzspecht (Dryocopus martius), - Wachtelkoenig (Crex crex), - Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus),
sowie regelmaessig vorkommende Zugvogelarten der Vogelschutz-Richtlinie, die nicht im Anhang I aufgefuehrt sind:
- Bekassine (Gallinago gallinago), - Blaessgans (Anser albifrons), - Braunkehlchen (Saxicola rubetra), - Dunkler Wasserlaeufer (Tringa erythropus), - Grosser Brachvogel (Numenius arquata), - Gruenschenkel (Tringa nebularia), - Kiebitz (Vanellus vanellus), - Knaekente (Anas querquedula), - Krickente (Anas crecca), - Loeffelente (Anas clypeata), - Pirol (Oriolus oriolus), - Raubwuerger (Lanius excubitor), - Rotschenkel (Tringa totanus), - Saatgans (Anser fabalis), - Schwarzkehlchen (Saxicola torquata), - Uferschnepfe (Limosa limosa), - Waldwasserlaeufer (Tringa ochropus), - Wasseralle (Rallus aquaticus), - Wiesenpieper (Anthus pratensis), - Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis).
(3) Die ueber die Verordnungsdauer hinausgehende langfristige Zielsetzung fuer das Gebiet ist die Erhaltung, Sicherung und weitere Entwicklung einer fuer das westliche Muensterland charakteristischen, grossflaechigen und reich strukturierten Moorlandschaft mit einem typischen Mosaik aus Hoch- und Zwischenmoorstadien, Moorwaeldern, dystrophen Seen, feuchten Heidegebieten und Feuchtgruen- land sowie die Sicherung eines stabilen, landschaftstypischen Wasser- und Naehrstoffhaushaltes. Zum Schutz der naehrstoffarmen, moortypischen Lebensraeume und darin vorkommenden Lebens- gemeinschaften ist eine ausreichend grosse naehrstoffarme Pufferzone durch die Extensivierung des umliegenden Gruenlandes mit entsprechender Vermeidung von Eutrophierung anzulegen. Durch geeignete Besucherlenkung ist eine weitgehende Ungestoertheit des Naturschutzgebietes, insbesondere der Kernzone, sicherzustellen.
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