1 Allgemeine Informationen
Objektbezeichnung:
 

NSG Berkelaue II <VO>

Objektkennung:
 

BOR-048

Schutzgebietstyp (Designation Type):
 

Nationaler Schutzgebietstyp (NationalDesignationType)
Gebietstyp: Naturschutzgebiet (DE02)

Schutzklassifizierung (Protection classification):
 

Naturschutz (natureConservation)

Schutzstatus:
 

NSG, bestehend

Verwaltungsgebiet (District):
 

Regierungsbezirk: Muenster
 

Kreis: Borken (Nuts-Code: DEA34)

 

Gemeinde: Gescher

 

Gemeinde: Stadtlohn

Digitalisierte Fläche (ha) / (Digitize area (in hectares)):
 

29,4853

Flächenanzahl:
 

3


Schutzziel:
 

Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess LG Paragraph 20,

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung der oekologischen Funktionsfaehigkeit und -einheit
der Berkel und ihrer Aue als durchgaengige und oekologisch intakte Hauptachse eines
Biotopverbundes von landesweit ueberregionaler Bedeutung entsprechend dem Leitbild
des Fliessgewaessertyps sowie in seiner kulturlandschaftlichen Praegung,
- Zur Erhaltung, Foerderung und Selbstentwicklung von Lebensgemeinschaften oder Lebens-
staetten bestimmter, zum Teil stark gefaehrdeter oder vom Aussterben bedrohter wildlebender
Pflanzen- und Tierarten, insbesondere von

- Wat-, Sumpf- und Wasservoegeln, Wiesen- und Weidevoegeln, Reptilien, Amphibien,
Fischen, Libellen und bestimmter an diesen Lebensraum angepasster Saeugetiere ( z.B.
Wasserfledermaus),
- seltenen zum Teil stark gefaehrdeten Pflanzengesellschaften und Pflanzenarten der
Gewaesser, der Roehrichte, Grossseggenrieder und Hochstaudenfluren, des Feucht- und
Nassgruenlandes mit Flutrasen und Quellhorizonten, der Magerweiden und -wiesen, der
Sandtrockenrasen sowie der natuerlichen Vegetation von Weich- und Hartholzauen sowie
Bruchwaeldern und Gehoelzbestaenden in der Aue, auf Ufersaeumen und auf den Tal-
kanten mit Vermehrung der Erlen und Eschenwaelder und Weichholzauenwaelder auf
geeigneten Standorten durch natuerliche Sukzession (Weichholzauenwald) oder der
Initialpflanzung von Gehoelzen der natuerlichen Waldgesellschaft (Erlen-Eschenwald)
sowie Erhaltung und Foerderung eines dauerhaften und ausreichenden Anteils von
Alt- und Totholz, insbesondere von Hoehlen- und Altbaeumen,

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung einer naturnahen und durchgaengigen Flussauen-
landschaft mit Mindestwasserfuehrung und entsprechender Morphologie und Fliess-
gewaesserdynamik einschliesslich natuerlicher Steil- und Flachufer, Uferabbruechen,
Auskolkungen und offenen Sand-/ Schlick- und Substratablagerungen,
insbesondere durch Selbstentwicklung und Entfesselung des Gewaessers,
- Aus naturwissenschaftlichen, erdgeschichtlichen und landeskundlichen Gruenden,
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart, Vielfalt, Schoenheit und Unersetzbarkeit
des Gebietes,
- Zur Abwehr schaedlicher Einwirkungen und negativer Veraenderungen in der Talaue
und zum Schutz des Fliessgewaesser-Oekosystems sowie der Regelung von (Freizeit-)
Nutzungen.

Die VO dient insbesondere zur Bewahrung und Wiederherstellung eines guenstigen Erhaltungs-
zustandes der natuerlichen Lebensraeume und wild lebenden Tier- und Pflanzenarten von
gemeinschaftlichem Interesse gemaess Artikel 4 Abs.4 i.V.m. Artikel 2 der Richtlinie 92/43/EWG
des Rates zur Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie der wild lebenden Tiere und
Pflanzen (FFH-Richtlinie) vom 21.05.1992. Hierbei handelt es sich um

a) die folgenden natuerlichen Lebensraeume von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang I
der FFH-Richtlinie als massgebliche Bestandteile des Gebietes i.S. des Paragraphen 48 d
Abs. 4 LG NW:

- Fliessgewaesser mit Untervegetation (3260),
- Fluesse mit Schlammbaenken und einjaehrigen Vegetation (3270),
- Feuchte Hochstaudenfluren (6430),
- Erlen-Eschen- und Weichholzauenwaelder (91EO, prioritaerer Lebensraum),

b) sowie um folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang II der FFH-
Richtlinie als massgebliche Bestandteile des Gebietes im Sinne des Paragraphen 48d
Abs.4 LG NW:

- Groppe,
- Bachneunauge.

c) Ausserdem handelt es sich um Lebensraeume fuer folgende im Schutzgebiet vorkommenden
Vogelarten gemaess Artikel 4 der Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2.4.1979 ueber die
Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (EG-Vogelschutzrichtlinie) als massgebliche Bestandteile
des Gebietes i.S. des Paragraphen 48d Abs.4 LG NW:

- Eisvogel,
- Wachtelkoenig.

Arten, die nicht im Anhang I der Richtlinie aufgefuehrt sind:

- Bekassine,
- Kiebitz,
- Pirol.

Das Gebiet hat darueber hinaus im Gebietsnetz "NATURA 2000" Bedeutung

a) fuer die Lebensraeume von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang I der FFH-
Richtlinie:

- Natuerliche eutrophe Seen (3150),
- Glatthafer- und Wiesenknopf-Silgenwiesen (6510),
- Stieleichen-Hainbuchenwaelder (9160).

b) sowie fuer folgende Arten gemaess Artikel 4 der EG-Richtlinie:

- Schwarzspecht,
- Wespenbussard.

Arten, die nicht im Anhang I der Richtlinie aufgefuehrt sind:

- Teichrohrsaenger,
- Wiesenpieper,
- Schwarzkehlchen.

In ihrer natuerlichen Vergesellschaftung und Entwicklung sind ausserdem schuetzenswert:

- Feucht- und Nassgruenland und deren Brachen (Paragraph 62-Biotope), auch als Lebensraum
von Wiesenpieper und Kiebitz,
- Roehrichte und Grossseggenrieder (Paragraph 62-Biotope), auch als Lebensraum des
Teichrohrsaengers,
- Bruchwaelder (Paragraph 62-Biotope), auch als Lebensraum des Pirols,
- Naturnahe Kleingewaesser (Paragraph 62-Biotope), auch als Lebensraum des Laub-
frosches.

Die langfristige Zielsetzung fuer den Schutz und die Entwicklung der Lebensraumtypen
und Arten ist.

a) Fuer Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation (3260), fuer Fluesse mit Schlammbaenken
und einjaehriger Vegetation (3270) unf fuer Feuchte Hochstaudenfluren (6430) sowie fuer
Groppe, Bachneunauge und Eisvogel (Lebensraumtypen und Arten, die fuer die Meldung des
Gebietes ausschlaggebend sind):

- Erhaltung und Entwicklung der naturnahen Struktruren und der Dynamik des Fliessgewaessers
mit seiner typischen Vegetation und Fauna entsprechend dem Leitbilds des Fliessgewaessertyps,
- Erhaltung und Entwicklung der Durchgaengigkeit des Fliessgewaessers fuer seine typische Fauna
wie beispielsweise Groppe und Bachgneunauge im gesamten Verlauf,
- Erhaltung und Entwicklung der typischen Strukturen und Vegetation in der Aue, Rueckbau und Ufer-
befestigungen,

b) Fuer Erlen-Eschenwaelder und Weichholzauenwaelder (91E0), prioritaerer Lebensraum) und
Stieleichen-Hainbuchenwaelder (9160), auch als Lebensraum fuer den Pirol (Lebensraumtypen
und Arten, die fuer die Meldung des Gebietes ausschlaggebend sind):

- Erhaltung und Entwicklung der Erlen- und Eschenwaelder und Weichholzauenwaelder mit ihrer
typischen Fauna und Flora in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und in ihrer
standoertlichen typischen Variationsbreite, inklusive Vorwaelder, Gebuesch- und Staudenfluren.


2 Verwaltungstechnische Informationen
Objektbezeichnung:
 

NSG Berkelaue II <VO>

Objektkennung:
 

BOR-048

Verwaltungsgebiet (District):
 

Regierungsbezirk: Muenster
 

Kreis: Borken (Nuts-Code: DEA34)

 

Gemeinde: Gescher

 

Gemeinde: Stadtlohn

Digitalisierte Fläche (ha) / (Digitize area (in hectares)):
 

29,4853

Flächenanzahl:
 

3


TK25, Quadrant, Vierteilquadrant:
 

4007, Q1, VQ2 / 4007, Q2, VQ1 / 4008, Q1, VQ3

Gebietskoordinate (x-, y-coordinate):
 

R: 2562507 / H: 5762741

Digitalisiermaßstab (Digitize scale):
 

1:5.000


Verfahrensstand:
 

VO rechtskraeftig

Gültigkeit:
 

Inkraft seit: 2002, Inkraft: 2002, Ausserkraft: 2022

Arbeitsplanung:
 

FFH-Gebietsvorschlag (DE-4008-301)

Amtsblatt / LP:
 

Amtsblatt, 09.08.2002

Bearbeitung:
 

Mitarbeiter(-in) des LANUV:
 

LANUV

Kartierung / Bearbeitung:
 

OZ

 

Datum: 28.09.2000, Fortschreibung (BK-4007-902)

 

Datum: 28.09.2000, Fortschreibung (BK-4008-903)

Allgemeine Bemerkungen:
 

Die Flaeche des NSG "Berkelaue" mit der urspruenglichen Kennung BOR-065 ( durch VO gesichert) ist durch
die Rechtskraft der zwei LP Gescher und Stadtlohn verkleinert worden. Das Naturschutzgebiet "Berkelaue"
ausserhalb des Geltungsbereiches des Landschaftsplanes Stadtlohn ist ueber Verordnung vom 09.08.2002
festgesetzt.
Das Naturschutzgebiet "Berkelaue" ausserhalb des Geltungsbereiches des Landschaftsplanes
Stadtlohn ist weiterhin ueber Verordnung vom 09.08.2002 festgesetzt.
Geometrie an Dig. Grenzen vom Kreis angepasst. (Dig. Juni 2010).


3 Link auf externe Dokumente
Link(s): :
 

http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/legaldocs/VO_MS_2002_BOR-048.PDF
http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/legaldocs/VO_MS_2002_BOR-048_Karte.PDF