1 Allgemeine Informationen
Objektbezeichnung:
 

NSG Nethemuendung

Objektkennung:
 

HX-080

Schutzgebietstyp (Designation Type):
 

Nationaler Schutzgebietstyp (NationalDesignationType)
Gebietstyp: Naturschutzgebiet (DE02)

Schutzklassifizierung (Protection classification):
 

Naturschutz (natureConservation)

Schutzstatus:
 

NSG, bestehend

Verwaltungsgebiet (District):
 

Regierungsbezirk: Detmold
 

Kreis: Hoexter (Nuts-Code: DEA44)

 

Gemeinde: Beverungen

 

Gemeinde: Hoexter

Digitalisierte Fläche (ha) / (Digitize area (in hectares)):
 

85,0256

Flächenanzahl:
 

4


Schutzziel:
 

Die Festsetzung als NSG erfolgt gemaess Paragraph 20 LG NW insbesondere:

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften
und Lebensstaetten von seltenen und gefaehrdeten sowie netheauetypischen
Tier- und Pflanzenarten des Flusstales, insbesondere

- des naturnahen Oekosystems der Nethe in ihrem Muendungstal mit heimischen
Pflanzen- und Tierbestaenden des Fliessgewaessers, der Uferzonen und der Aue
sowie der durch natuerliche Dynamik der Flutwelle geformten Gewaesserstrukturen
wie z.B. Steilufer, Flachufer, Inseln, Kies-, Sand- und Schlammbaenke,
- Flutrasen (Agrostion),
- Seggenriede (Magnocaricion),
- Roehrichte (Phragmition),
- niedrige Uferfluren (Nano cyperion),
- Feuchtwiesen und -weiden (Molinio/Arrhenatheretea),
- Fettwiesen und -weiden (Arrhenatherion/Cynosurion),
- Hochstaudenfluren (Filipendulion),
- Weidengebuesche (Salicion),
- Ufergehoelze, Kopfbaeume, Hecken und Obstgehoelze,
- Terrassenkanten, Altwaesser, Flutmulden, Flussmaeander und auetypisches
Mikrorelief,

- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und Schoenheit des Nethe-Muendungstales,
- Aus naturgeschichtlichen, kulturhistorischen und landeskundlichen Gruenden,
- Wegen der besonderen Bedeutung des Nethe-Muendungstales als zentrales
Vernetzungselement im Biotopverbund der hier aneinander grenzenden Naturraeume
sowie im landesweiten und laenderuebergreifenden Biotopverbund im Naturreservat
"Triften und Waelder des oberen Weserberglandes",
- Aufgrund der Einstufung entsprechend der Richtlinie Nr. 92/43 EWG des Rates vom 21.05.1992
zur Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen
(FFH-Richtlinie), geaendert durch die Richtlinie 92/62/EG des Rates vom 27.10.1997 sowie
der Richtlinie Nr. 79/409/EWG vom 02.04.1979 (Vogelschutzrichtlinie),
- Wegen der Bedeutung des FFH-Gebietes "Nethe" (Natura 2000-Nr. DE-4320-305)
fuer die Errichtung eines zusammenhaengenden oekologischen Netzes besonderer
Schutzgebiete in Europa,
- Zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensraeumen und Arten von gemeinschaftlichem
Interesse gemaess der FFH-Richtlinie oder Vogelschutzrichtlinie, insbesondere zur Erhaltung
und Entwicklung bzw. zum Schutz und zur Foerderung

- von Auwaeldern (FFH-Code 91EO Erlen-Eschen und Weichholz-Auenwaeldern
als prioritaerer Lebensraum);
- von Fliessgewaessern und Unterwasservegetation (FFH-Code 3260),
- von feuchten Hochstaudenfluren (FFH-Code 6430),
- folgender Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH- oder Vogelschutzrichtlinie:

Groppe, Bachneunauge, Eisvogel, Schwarzstorch, Rohrweihe, Wachtelkoenig, Neuntoeter,
Rotmilan, Bekassine und Uferschwalbe;

Schutzziele des FFH-Gebietes "Nethe"

Schutzziele fuer Lebensraumtypen und Arten, die fuer die Meldung des Gebietes
ausschlaggebend sind

Schutzziele/Massnahmen fuer Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation (3260)

Erhaltung und Entwicklung der naturnahen Strukturen und der Vegetation des Fliessgewaessers
entsprechend dem Leitbild des Fliessgewaessertyps unter Beachtung seiner typischen durch
kulturlandschaftliche Entwicklung gebildeten Vegetation durch

- Erhaltung und Entwicklung einer moeglichst unbeeintraechtigten Fliessgewaesserdynamik,
Rueckbau von Uferbefestigungen und Ermoeglichung der vollstaendigen Durchgaengigkeit
fuer alle Fliessgewaesserorganismen,
- moeglichst weitgehende Reduzierung der die Wasserqualitaet beeintraechtigenden direkten
und diffusen Einleitungen, Schaffung von Pufferzonen und Vermeidung von Trittschaeden, ggf.
Regelung von Freizeitnutzungen,
- Erhaltung und Entwicklung von extensiv genutztem Gruenland und Auwald mit
unbeeintraechtigtem Wasserhaushalt,
Schutzziele/Massnahmen fuer Feuchte Hochstaudenfluren (6430)

Erhalt und Entwicklung der feuchten Hochstaudensaeume, Vermeidung einer Verbuschung
durch episodische abschnittsweise Mahd im Bedarfsfall. Verhinderung einer Verarmung an
krautigen Bluetenpflanzen durch Vermeidung und Reduzierung von Eutrophierung:
Einrichtung von Pufferstreifen.

b) Schutzziele fuer Lebensraumtypen und Arten, die darueber hinaus fuer das Netz Natura
2000 bedeutsam sind und/oder fuer Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie

Schutzziele/Massnahmen fuer Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwaelder (91E0)

Erhaltung und Entwicklung der Erlen- und Eschenwaelder an Fliessgewaessern durch

- naturnahe Bewirtschaftung und Entwicklung natuerlich strukturierter Waelder, einschliesslich
Vermehrung von Alt- und Totholz, Erhaltung alter Baeume ueber die Nutzung hinaus,
Erhaltung von Hoehlenbaeumen,
- Optimierung und Vermehrung der Erlen- und Eschenwaelder, insbesondere durch Umbau
der mit nicht bodenstaendigen Gehoelzen bestandenen potentiellen Standorte und Entnahme
beigemischter nicht bodenstaendiger Gehoelze, Foerderung der natuerlichen Sukzession,
wegen der Seltenheit sollte eine Nutzungsaufgabe zumindest auf Teilflaechen angestrebt werden,
- Erhaltung/Entwicklung der lebensraumtypischen Grundwasser- und/oder Ueberflutungsverhaeltnisse
Schutzziele/Massnahmen fuer die Groppe und Bachneunauge.

Erhalt bzw. Schaffung einer guten Wasserqualitaet durch Vermeidung von Naehrstoffeintraegen.
Erhalt des natuerlichen Geschiebetransportes sowie typischen steinigen bzw. totholzreichen
Sohlsubstrats mit teilweise organischer Auflage Erhalt der linearen Durchgaengigkeit.

Erhaltung und Entwicklung von typischen uferbegleitenden Gehoelzstrukturen

Schutzziele/Massnahmen fuer den Eisvogel

- Erhaltung und Entwicklung der naturnahen Strukturen des Fleissgewaessers, insbesondere
von Uferabbruechen durch Foerderung der Eigendynamik Erhaltung und Entwicklung von
typischen uferbegleitenden Gehoelzstrukturen,
- Schutz und Entwicklung der Wirbellosenfauna sowie der gewaessertypischen Fischfauna
mit einer funktionierenden Reproduktion (Nahrungsbasis),
- gezielte Lenkung bzw. Beschraenkung der Freizeitnutzung in Brutgebieten.

Schutzziele/Massnahmen fuer die Rohrweihe

- Schutz geeigneter Lebensraeume wie ausgedehnte Schilf- und Roehrichtzonen,
- Entwicklung und Revitalisierung von Roehrichten,
- Stabilisierung des Wasserhaushaltes,
- Renaturierung von Auen und Fliessgewaessern,
- Neuanlage und Wiedervernaessung von Feuchtgebieten,
- Reduzierung der Gewaesserunterhaltung (v. a. extensive Mahd),
- Reduzierung des Stickstoff- und Pestizideintrages in die Gewaesser.

Schutzziele/Massnahmen fuer den Rotmilan

- Sicherung und Foerderung von Altholzbestaenden (Brutplaetze),
- Verbesserung der Nahrungsgrundlage durch Foerderung traditioneller Landbewirt-
schaftungsformen.

Schutzziele/Massnahmen fuer den Schwarzstorch

- Erhaltung von grossflaechigen, stoerungsfreien Laub- und Mischwaeldern mit
Altholzbestaenden (Brutgebiete),
- Installierung von Horstschutzzonen (mindestens 300 m Radius um das Nest),
- Erhaltung und Foerderung naturnaher Fliessgewaesser als Nahrungshabitate.

Schutzziele/Massnahmen fuer Wachtelkoenig

- Schutz geeigneter Lebensraeume, wie Gruenlandflaechen im Ueberflutungsbereich
der Fliessgewaesser, naturnahe gewaesserbegleitende Hochstaudenfluren, Pionierfluren
in Auenbereichen, extensiv genutzte Maehwiesen und offenes Feuchtgruenland,
- Regeneration und Entwicklung von stromtaltypischem und artenreichem Gruenland,
- Entwicklung einer natuerlichen Vegetationszonierung in den Uferbereichen,
- Beibehaltung bzw. Wiedereinfuehrung extensiver Landnutzungsformen,
- Verbesserung des Wasserhaushaltes mit ganzjaehrig hohen Wasserstaenden und
winterlichen Ueberstauungen,
- Verzicht auf Duengung, Pestizideinsatz und Walzen,
- bei Bedarf: Lenkung der Mahd.

Schutzziele/Massnahmen fuer den Neuntoeter

- Sicherung und Entwicklung von Heckenstrukturen,
- Gestaltung von Gebuesch- und Heckenstreifen als naturnahe Waldrandbiotope,
- extensive Nutzung und Foerderung des Gruenlandes.

Das langfristige Ziel ist die Entwicklung des Nethe-Muendungstales unter dem Flutregime von
Weser und Nethe zur Erhaltung und Verbesserung der Biotopvernetzungsfunktion. Massnahmen
zur Erreichung dieses Schutzziels sind der Schutz und die Entwicklung der naturnahen Gewaesserstruktur,
die Schaffung einer vollstaendigen Durchgaengigkeit fuer Fliessgewaesserorganismen, die
Verbesserung der Wasserqualitaet, die extensive Nutzung der Aue und die Bereitstellung ausreichend
breiter Uferstreifen z. T. mit dem Ziel der Entwicklung von Auwald. Die Extensivierung und Entwicklung
der Netheaue soll durch Umwandlung von Acker in Gruenland, Schaffung von Sukzessionsflaeche oder
Auewald, Verringerung des Herbizid- und Duengereinsatzes, Anhebung des Wasserspiegels und
Verlaengerung der Ueberflutungsphasen durch Verzicht auf Grabenraeumungen und Rueckbau von
Draenagen in Teilbereichen sowie Wiederherstellung von Blaenken und Kleingewaessern (vorwiegend
im Bereich der Flutmulden) und Entwicklung von Uferstreifen erfolgen.


2 Verwaltungstechnische Informationen
Objektbezeichnung:
 

NSG Nethemuendung

Objektkennung:
 

HX-080

Verwaltungsgebiet (District):
 

Regierungsbezirk: Detmold
 

Kreis: Hoexter (Nuts-Code: DEA44)

 

Gemeinde: Beverungen

 

Gemeinde: Hoexter

Digitalisierte Fläche (ha) / (Digitize area (in hectares)):
 

85,0256

Flächenanzahl:
 

4

Offizielle Fläche (ha) / (Official area (in hectares)):
 

85,0000


TK25, Quadrant, Vierteilquadrant:
 

4221, Q4, VQ4 / 4222, Q3, VQ1 / 4222, Q3, VQ2 / 4222, Q3, VQ3

Gebietskoordinate (x-, y-coordinate):
 

R: 2729599 / H: 5735689

Digitalisiermaßstab (Digitize scale):
 

1:5.000


Verfahrensstand:
 

LP rechtskraeftig

Gültigkeit:
 

Inkraft seit: 2006, Inkraft: 2006, Ausserkraft: 9999

Arbeitsplanung:
 

FFH-Gebietsvorschlag (DE-4320-305) / Betreuungsgebiet Biostation

Amtsblatt / LP:
 

LP Wesertal mit Fürstenauer Bergland, 04.02.2006

Bearbeitung:
 

Mitarbeiter(-in) des LANUV:
 

LANUV

Kartierung / Bearbeitung:
 

OZ

 

Datum: 06.06.1997, Fortschreibung (BK-4222-040)

 

Datum: 09.06.1997, Fortschreibung (BK-4222-042)

 

Datum: 02.09.1999, Fortschreibung (BK-4221-045)

 

Datum: 02.09.1999, Fortschreibung (BK-4222-010)

 

Datum: 02.09.1999, Fortschreibung (BK-4222-023)

 

Datum: 02.09.1999, Fortschreibung (BK-4222-500)

 

Datum: 02.09.1999, Fortschreibung (BK-4222-501)

Allgemeine Bemerkungen:
 

(Dezember 2014). Dig. Abgrenzung vom Kreis uebernommen. (Dezember 2016).


3 Link auf externe Dokumente
Link(s): :
 

http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/legaldocs/LP Wesertal mit Fuerstenauer Bergland_Text.pdf