1 Allgemeine Informationen
Objektbezeichnung:
 

NSG Emsaue bei Telgte

Objektkennung:
 

WAF-083

Schutzgebietstyp (Designation Type):
 

Nationaler Schutzgebietstyp (NationalDesignationType)
Gebietstyp: Naturschutzgebiet (DE02)

Schutzklassifizierung (Protection classification):
 

Naturschutz (natureConservation)

Schutzstatus:
 

NSG, bestehend

Verwaltungsgebiet (District):
 

Regierungsbezirk: Muenster
 

Kreis: Warendorf (Nuts-Code: DEA38)

 

Gemeinde: Telgte

Digitalisierte Fläche (ha) / (Digitize area (in hectares)):
 

593,2652

Flächenanzahl:
 

3


Schutzziel:
 

Die Festsetzung als Naturschutzgebiet ist erforderlich gemäß § 20 a), b) und c) in Verbindung mit §
48 c Abs. 1 LG NW, insbesondere
- zur Erhaltung und Entwicklung der naturnahen eutrophen Stillgewässer mit Arten der Charetea,
Lemnetea und Potamogetonetea und der typischen Fauna durch
- Förderung der Entwicklung einer natürlichen Verlandungsreihe
- Schaffung ausreichend großer Pufferzonen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Nährstoffeinträgen
- Nutzungsverbot bzw. Beschränkung der (Freizeit-) Nutzung des Gewässers auf ein naturverträgliches
Maß
- Erhaltung bzw. Wiederherstellung des des landschaftstypischen Gewässerchemismus und
Nährstoffhaushalts
- zur Erhaltung und Entwicklung der Eichen-Ulmen-Eschen-Auenwälder mit ihrer typischen Fauna und
Flora in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und in ihrer standörtlichen typischen
Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder, Gebüsch- und Staudenfluren sowie Waldränder durch
- naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausrichtung auf die natürliche Waldgesellschaft einschließlich
ihrer Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestände und Förderung der Naturver-
jüngung aus Arten der natürlichen Waldgesellschaft
- Vermehrung der Eichen-Ulmen-Eschen-Auenwälder auf geeigneten Standorten nach Möglichkeit durch
natürliche Sukzession oder Initialpflanzung von Gehölzen der natürlichen Waldgesellschaft
- Erhaltung und Förderung eines dauerhaften und ausreichenden Anteils von Alt- und Totholz, insbeson-
dere von Höhlen- und Uraltbäumen
- Nutzungsaufgabe zumindest auf Teilflächen und in Kernbereichen
- Erhaltung der lebensraumtypischen Grundwasser und/ Überflutungsverhältnisse
- Erhaltung und Förderung der Helm-Azurjungfer-Population durch
- Schutz besonnter, basenreicher und sonnenwarmer Wiesengräben mit nicht zu dicht schließender
emerser Gewässervegetation
- Entwicklung von an die Fortpflanzungsgewässer angrenzenden Flächen mit niedriger bis mittel
hoher Vegetation (vor allem Wiesenvegetation und Grünlandbrachen, Röhrichte, Seggenbestände).
- zur Erhaltung und Entwicklung der Erlen- und Eschenwälder und Weichholzauenwälder mit ihrer typischen
Fauna und Flora in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und in ihrer standörtlichen typi-
schen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder, Gebüsch- und Staudenfluren durch
- naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausrichtung auf die natürliche Waldgesellschaft einschließlich
ihrer Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestände und Förderung der Naturver-
jüngung aus Arten der natürlichen Waldgesellschaft
- Vermehrung der Erlen- und Eschenwälder und Weichholzauenwälder auf geeigneten Standorten
durch Initialpflanzung von Gehölzen der natürlichen Waldgesellschaft (Erlen-Eschenwald)
- Erhaltung und Förderung eines dauerhaften und ausreichenden Anteils von Alt- und Totholz,
insbesondere von Höhlen- und Uraltbäumen
- Nutzungsaufgabe wegen der Seltenheit zumindest auf Teilflächen
- Erhaltung der lebensraumtypischen Grundwasser- und Überflutungsverhältnisse
- Schaffung ausreichend großer Pufferzonen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Nährstoffeinträgen
- Erhaltung und Entwicklung artenreicher Flachlandmähwiesen mit ihrer charakteristischen Vegetation
und Fauna durch
- zweischürige Mahd bei geringer Düngung (nach Kulturlandschaftsprogramm)
- Förderung und Vermehrung der mageren Flachlandwiesen auf geeigneten Standorten Vermeidung
von Eutrophierung
- zur Erhaltung und Förderung der Steinbeißer-Population durch
- Erhaltung und Entwicklung naturnaher, linear durchgängiger Fließgewässer mit Gewässersohlbe-
reichen aus nicht verfestigten, sandigen und feinkiesigen Bodensubstraten sowie mit natürlicher
Abflussdynamik mit sich umlagernden Sanden und Feinkiesen
- Vermeidung von Eutrophierungen und starken Materialeinschwemmungen mit der Folge von
Veralgungen, Verschlammungen und Bewuchs mit Wasserpflanzen auf den Gewässersohlen
- Erhaltung von Habitatstrukturen im Gewässer wie Wurzeln und Steine
- zur Erhaltung und Förderung der Bachneunaugen-Population durch
- Erhaltung und Entwicklung naturnaher, linear durchgängiger, lebhaft strömender, sauberer Gewässer
mit lockerem, sandigen bis feinkiesigen Sohlsubstraten (Laichbereiche) und ruhigen Bereichen mit
Schlammauflagen (Larvenhabitat), mit natürlichem Geschiebetransport und gehölzreichen Gewässerrändern
- Abpufferung des Fließgewässers gegen Nährstoff- und Schadstoffeinträge
- Erhaltung von Habitatstrukturen im Gewässer wie Steine, Wurzelgeflecht und Anschwemmungen von Blatt-
und Pflanzenresten
- Erhaltung und Förderung von
- Bruchwäldern (§ 62-Biotope)
- Röhrichtbereichen (§ 62-Biotope)
- Groß-Seggenrieden (§ 62 -Biotope)
- Erhaltung von
- Quellbereichen (§ 62-Biotope)
- Sümpfen (§ 62-Biotope)
- naturnahen Flussabschnitte (§ 62-Biotope)
- stehenden Kleingewässern (§ 62-Biotope)
- Silikattrockenrasen (§ 62-Biotope)
- Heideflächen (§ 62-Biotope)
- zur Bewahrung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebensräume
und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Artikel 4 Absatz 4 in
Verbindung mit Artikel 2 der Richtlinie 93/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume
sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) vom 21.05.1992 (Abl. EG-Nr. L 206, Seite 1),
geändert durch die Richtlinie 97/62/EWG vom 27.10.1997 zur Anpassung der Richtlinie zur Erhaltung der
natürlichen Lebensräume sowie wildlebenden Tieren und Pflanzen an den technischen und wissenschaft-
lichen Fortschritt (Abl. EG-Nr. L 305, Seite 42).
Hierbei handelt es sich um folgende natürliche Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse gemäß
Anhang I und Arten gemäß Anhang II der FFHRichtlinie als maßgebliche Bestandteile des Gebietes
im Sinne des § 48 d Absatz 4 LG NW:
- Natürliche eutrophe Seen und Altarme (3150)
- Hartholz-Auenwälder (91F0)
- Helm-Azurjungfer
Das Gebiet hat darüber hinaus im Gebietsnetz Natura 2000 und/oder für Arten des Anhang IV der FFHRichtlinie
Bedeutung für
- Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder (91E0, prioritärer Lebensraum)
- Glatthafer- und Wiesenknopf-Silgenwiesen (6510)
- Steinbeißer
- Bachneunauge
- Kreuzkröte
- Knoblauchkröte
- Laubfrosch
- Zauneidechse
sowie für Arten der Vogelschutzrichtlinie:
- Eisvogel
- Krickente
- Flussregenpfeifer
- Nachtigall
- Pirol
- Zwergtaucher
- Kiebitz
- Löffelente
- Wiesenpieper
- Rohrweihe
- Heidelerche
- Gänsesäger
- Uferschwalbe
- Waldwasserläufer
- zur Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten mit den darauf
angewiesenen Tier- und Pflanzenarten,
- aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gründen und
wegen der biogeographischen Bedeutung.
- wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit des Gebietes.
- zur Sicherung des Naturhaushalts und zur Abwehr schädlicher Einwirkungen und negativer Veränderungen
ökologischer Zusammenhänge.
- als Bestandteil eines Biotopverbundes von landes und europaweiter Bedeutung.
Primäres Entwicklungsziel für das gesamte Gebiet ist die Erhaltung und Optimierung naturnaher Emsabschnitte
mit charakteristischem Auenrelief und natürlichen Gewässerstrukturen. Hierzu gehört auch die Erhaltung und
Optimierung der Auwaldreste und Hochstaudenfluren sowie der Altwässer und der begleitenden auentypischen
Biotope. Dies ist langfristig nur über eine weitgehend ungestörte Fließgewässerdynamik mit Hochwasserer-
eignissen möglich.
Als Hauptachse des Biotopverbundes im Münsterland ist die Emsaue von landesweiter Bedeutung. Deshalb
muß die Wiederherstellung einer überwiegend naturnahen, extensiv genutzten Flußauenlandschaft in den
stärker überformten Flussabschnitten ein wesentliches Naturschutzziel sein.
Zur Erhaltung und Wiederherstellung einer naturnahen Fließgewässerdynamik einschließlich naturnaher
Steil- und Flachufer, Uferabbrüchen, Auskolkungen und offenen Sand- und Kiesablagerungen, insbesondere
durch Selbstentwicklung.


2 Verwaltungstechnische Informationen
Objektbezeichnung:
 

NSG Emsaue bei Telgte

Objektkennung:
 

WAF-083

Verwaltungsgebiet (District):
 

Regierungsbezirk: Muenster
 

Kreis: Warendorf (Nuts-Code: DEA38)

 

Gemeinde: Telgte

Digitalisierte Fläche (ha) / (Digitize area (in hectares)):
 

593,2652

Flächenanzahl:
 

3

Offizielle Fläche (ha) / (Official area (in hectares)):
 

593,0000


TK25, Quadrant, Vierteilquadrant:
 

3912, Q3, VQ1 / 3912, Q3, VQ2 / 3912, Q3, VQ4 / 3912, Q4, VQ3 / 4012, Q2, VQ1 / 4012, Q2, VQ2 / 4012, Q2, VQ4 / 4013, Q1, VQ3

Gebietskoordinate (x-, y-coordinate):
 

R: 2616969 / H: 5768281

Digitalisiermaßstab (Digitize scale):
 

1:5.000


Verfahrensstand:
 

LP rechtskraeftig

Gültigkeit:
 

Inkraft seit: 1991, Inkraft: 2008, Ausserkraft: 9999

Arbeitsplanung:
 

FFH-Gebietsvorschlag (DE-4013-301)

Amtsblatt / LP:
 

Amtsblatt esg alt, 07.12.1991 / Amtsblatt alt, 24.06.1996 / Amtsblatt alt, 12.12.1998 / LP Telgte, 16.05.2008

Bearbeitung:
 

Mitarbeiter(-in) des LANUV:
 

LANUV

Kartierung / Bearbeitung:
 

OZ

 

Datum: 06.07.2000, Fortschreibung (BK-3912-911)

 

Datum: 07.07.2000, Fortschreibung (BK-4012-909)

 

Datum: 14.07.2000, Fortschreibung (BK-4012-908)

Allgemeine Bemerkungen:
 

Dig. Abgrenzung vom Kreis uebernommen.
Durch die Rechtskraft des LP "Telgte" vom 16.05.2008 ist das NSG "Emsaue und Mussenbachaue" WAF-029 - (VO)
kleiner geworden. Teilfläche (WAF-083)-NSG "Emsaue bei Telgte" ist durch LP Telgte uebernommen.